Der vollständige Titel lautet Alien Winds Across Paradise: A New Look at Sri Lanka's Foreign Relations Through the Ages, und der Untertitel beschreibt den Umfang des Werkes treffend. Es handelt sich um eine Übersicht darüber, wie die Insel mit der Welt jenseits ihrer Küsten umgegangen ist – zurückreichend über nahezu vier Jahrtausende des Kontakts mit fremden Mächten, Händlern, Gesandten und Imperien, bis hin zum modernen Staat.
Tyronne Fernando schreibt als Praktiker. Er war Außenminister von Sri Lanka, studierte in Oxford und arbeitete als Rechtsanwalt und Fellow des Gray's Inn. Diese Kombination ist für die Art dieses Buches von Bedeutung: Das Material wird von jemandem behandelt, der die Arbeit der Diplomatie von innen kennt und ihr nicht ausschließlich als Historiker gegenübersteht, der Akten liest. Die Interpretation der langen Außengeschichte der Insel ist durch diese Erfahrung geprägt – durch das Wissen, wie Staaten tatsächlich miteinander umgehen.
Sri Lankas Lage hat die Insel stets zu einem Ort gemacht, von dem andere Mächte etwas wollten – eine Position auf den Seerouten zwischen dem Nahen Osten, India und dem Fernen Osten sowie Ressourcen und Häfen, die aus weiter Ferne Aufmerksamkeit auf sich zogen. Eine Geschichte der Insel, erzählt durch ihre Außenbeziehungen, ist daher eine Geschichte der Insel selbst, von außen betrachtet: Wer kam, zu welchen Bedingungen, was sie wollten und wie darauf reagiert wurde. Fernando nimmt die lange Perspektive ein, anstatt sich auf die Kolonialzeit oder die Jahre seit der Unabhängigkeit zu beschränken.
Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser mit einem Interesse an der Geschichte Sri Lankas, die die internationale Dimension als durchgehenden Faden herausgearbeitet sehen möchten, sowie für Kennerinnen und Kenner der Diplomatie und der internationalen Beziehungen, die einen kleinen Staat mit einer ungewöhnlich langen Geschichte im Umgang mit größeren betrachten. Studierende der südasiatischen Geschichte und der Geschichte des Indischen Ozeans werden die Insel als eigenständigen Akteur dargestellt finden – nicht als bloße Zwischenstation auf der Karte anderer.
Für alle, die ein Regal zur Geschichte und Politik Sri Lankas aufbauen, fügt sich dieses Werk neben die allgemeinen Geschichtswerke als eine Darstellung aus einem anderen Blickwinkel ein – dieselben Jahrhunderte, betrachtet durch die Frage, mit wem die Insel in Kontakt stand und warum.
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