P. V. J. Jayasekeras Studie widmet sich der britischen Herrschaft in Sri Lanka sowie den Reaktionen, die sie hervorrief — Widerstand, Revivalismus und Reform — und vertritt die These, dass die gängige Geschichtsschreibung dieser Epoche von Grund auf neu gedacht werden muss. Sein Ausgangspunkt ist eine Kritik an der eigenen Disziplin: Sri-lankische Historiker hätten sich, so sein Argument, mehrheitlich der legitimierenden Ideologie des Kolonialismus gefügt und dabei die Begriffe übernommen, mit denen die britische Verwaltung sich selbst erklärte und rechtfertigte. Gestützt auf ein breites Quellenspektrum stellt er Deutungen der Epoche in Frage, die weitgehend ungeprüft weitergegeben wurden.
Das Hauptargument konzentriert sich darauf, wie koloniale Politik gemacht wurde und wessen Interessen sie diente. Jayasekera beschreibt ein Bündnis aus britischen Beamten, Plantagenbesitzern und Unternehmern und verfolgt die Maßnahmen, die daraus hervorgingen — darunter die Getreidesteuer und das Gesetz zur Landbesitz. Seine These lautet, dass diese Instrumente zusammenwirkten, um die Verarmung der Landbevölkerung zu vertiefen und wachsende Landlosigkeit auf dem Land zu erzeugen. Die Wirtschaftspolitik ist in dieser Lesart nicht der Hintergrund der politischen Geschichte der Insel unter britischer Herrschaft, sondern ihr eigentlicher Kern.
Dies ist der erste Band des Werkes, veröffentlicht in Colombo bei Vijitha Yapa. Er wurde im Sri Lanka Journal of Social Sciences besprochen.
Das Buch ist als wissenschaftliche Arbeit konzipiert und nicht als allgemeine Einführung. Leserinnen und Leser werden darin eine stringente Argumentation, eine umfangreiche Nutzung von Primärquellen und eine direkte Auseinandersetzung mit bestehender Geschichtsschreibung zur Epoche vorfinden. Es richtet sich daher vor allem an Menschen, die bereits über eine gewisse Grundlage in der Geschichte Sri Lankas verfügen — Studierende, Forschende und interessierte Laien mit einem ernsthaften Interesse an der Kolonialzeit und daran, wie ihre Geschichte geschrieben wurde. Wer die Standardwerke zur Geschichte des britischen Ceylon kennt, wird sofort erkennen, gegen welche Positionen Jayasekera argumentiert.
Das Thema berührt auch Fragen, die in Sri Lanka nach wie vor aktuell sind: Land, Steuereinnahmen, ländliche Armut und die langfristigen Folgen von Entscheidungen einer Verwaltung, die anderswo Rechenschaft schuldete. Jayasekera behandelt Widerstand, religiöse Erneuerungsbewegungen und Reformbewegungen nicht als voneinander getrennte Episoden, sondern als Reaktionen auf dieselben Druckverhältnisse — und genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu der Historiographie, die er kritisiert.
Ein gewichtiger Band für Leserinnen und Leser, die eine Bibliothek zur kolonialgeschichtlichen Geschichte Sri Lankas aufbauen, sowie für alle, die an der historiographischen Debatte darüber interessiert sind, wie diese Geschichte erzählt werden sollte.
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