Milad Un Nabi, auch weithin bekannt als Mawlid al-Nabi, markiert den Jahrestag der Geburt des Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), des Begründers des Islam und Verkünders des Korans. Er wird im Rabiulawal – dem dritten Monat des islamischen Mondkalenders – begangen und besitzt tiefe spirituelle Bedeutung für Muslime auf der ganzen Welt, einschließlich der bedeutenden muslimischen Gemeinschaft in Sri Lanka. In vielen Ländern mit großen muslimischen Bevölkerungen ist er ein gesetzlicher Feiertag – ein Tag der Besinnung, des Gebets und des gemeinschaftlichen Feierns.
Wann wird Milad Un Nabi jedes Jahr begangen?
Da der islamische Kalender auf Mondzyklen basiert, verschiebt sich das Datum von Milad Un Nabi von Jahr zu Jahr im Verhältnis zum gregorianischen Kalender. Das islamische Jahr ist etwa 11 Tage kürzer als das gregorianische Jahr, weshalb das Fest jährlich schrittweise früher fällt und gelegentlich sogar zweimal innerhalb eines einzigen gregorianischen Kalenderjahres vorkommen kann.
Sunnitische Muslime begehen den Geburtstag des Propheten am 12. Rabiulawal, während schiitische Muslime ihn am 17. desselben Monats feiern. Einige Strömungen des sunnitischen Islam – insbesondere die wahhabitische und salafistische Tradition – begehen Mawlid nicht, weshalb der Tag in Ländern wie Saudi-Arabien und Qatar nicht als gesetzlicher Feiertag anerkannt wird.
Wer war Prophet Muhammad, und warum wird seine Geburt gefeiert?
Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) wurde im Jahr 570 n. Chr. in Mecca, am 12. Rabiulawal nach dem islamischen Kalender, geboren. Sein vollständiger Name lautete Abu al-Qasim Muhammad ibn Abd Allah ibn Abd al-Muttalib ibn Hashim. Mit seinem sechsten Lebensjahr hatte er beide Elternteile verloren und wurde zunächst von seinem Großvater Abdul-Muttalib und anschließend von seinem Onkel Abu Talib aufgezogen, bei dem er das Handwerk des Kaufmanns erlernte und sich einen Ruf als ehrlicher und vertrauenswürdiger Händler erarbeitete.
Der islamischen Überlieferung zufolge überbrachte der Engel Gabriel dem etwa 40-jährigen Muhammad Gottes Gebot: die Einheit Gottes zu verkünden und den Götzenkult abzulehnen, der unter seinen Stammesgenossen verbreitet war. In den folgenden zwei Jahrzehnten formten seine Lehren – empfangen als Offenbarungen des Korans – eine der bedeutendsten Weltreligionen, der heute über eine Milliarde Menschen angehören. Muslime betrachten Muhammad zudem als Nachkommen Ismaels, des Sohnes des Patriarchen Abraham, und verorten den Islam damit in derselben abrahamitischen Linie, die er mit dem Judentum und dem Christentum teilt.
Wie wird Milad Un Nabi traditionell gefeiert?
In der gesamten islamischen Welt wird der Tag durch Zusammenkünfte in festlich beleuchteten Moscheen, religiöse Vorträge, Koranrezitationen und Lobgedichte zu Ehren des Propheten begangen. Gemeinschaftsumzüge, Wohltätigkeitsverteilungen und gemeinsame Mahlzeiten sind in vielen Regionen ebenfalls verbreitet.
Die sunnitische und die schiitische Gemeinschaft begehen den Anlass mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten. Die schiitische Gemeinschaft verbindet den 12. Rabiulawal mit der Bestimmung von Hazrat Ali als Nachfolger des Propheten, was dem Zeitraum eine zusätzliche theologische Bedeutung verleiht. Sunnitische Gemeinschaften hingegen begehen im Allgemeinen den ganzen Monat über Gebete und Erinnerungsfeiern, ohne Trauerrituale einzubeziehen. In Malaysia und einigen Nachbarländern wird der Tag als Maulud Nabi bezeichnet und als rein religiöser gesetzlicher Feiertag begangen.
Was sind die historischen Ursprünge der Mawlid-Begehung?
Die früheste überlieferte Begehung von Mawlid geht auf das 8. Jahrhundert in Mecca zurück, als Al-Khayzuran – die Mutter des abbasidischen Kalifen Harun al-Rashid – das Haus, in dem der Prophet der Überlieferung nach geboren wurde, in eine Gebetsstätte umwandelte. Öffentliche Feiern des Geburtstags des Propheten entstanden jedoch erst einige Jahrhunderte später. Der älteste bekannte Mawlid-Text wird allgemein auf das 12. Jahrhundert datiert und gilt als persischen Ursprungs, was die Verbreitung der Begehung durch die östliche islamische Welt widerspiegelt, bevor sie sich anderswo weit etablierte.
Wie wird Milad Un Nabi in Sri Lanka begangen?
Sri Lankas muslimische Gemeinschaft – die etwa neun bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht – begeht Milad Un Nabi als gesetzlichen Feiertag. Moscheen im ganzen Land, von Colombo bis zur Ostprovinz, halten besondere Gebete und religiöse Programme ab. Die Meera Makam Mosque in Kandy gehört zu den bemerkenswerten Gotteshäusern, die in dieser Zeit zum Mittelpunkt gemeinschaftlicher Aktivitäten werden.
Über die Moschee hinaus prägen Gemeinschaftsveranstaltungen, Rezitationen frommer Verse (bekannt als Maulood) und Wohltätigkeitsveranstaltungen den Tag in Vierteln mit bedeutenden muslimischen Bevölkerungsanteilen. Der Anlass dient zugleich als Moment religiöser Hingabe und als Feier gemeinsamer Identität und spiegelt den multireligiösen Charakter der sri-lankischen Gesellschaft wider.
Ist Milad Un Nabi ein gesetzlicher Feiertag in Sri Lanka?
Ja. Milad Un Nabi ist in Sri Lanka als nationaler gesetzlicher Feiertag im Amtsblatt veröffentlicht und erkennt damit die Bedeutung des Anlasses für die muslimische Gemeinschaft des Landes an. Banken, Regierungsbehörden und viele Unternehmen begehen den Feiertag, wenngleich die Gepflogenheiten je nach Sektor und Region variieren.
Welche Bedeutung hat der islamische Kalender für die Reiseplanung rund um Mawlid?
Reisende, die Sri Lanka rund um die Zeit von Milad Un Nabi besuchen, sollten beachten, dass sich das genaue gregorianische Datum jedes Jahr ändert. Es empfiehlt sich, vor der Reise einen aktuellen islamischen Kalender oder eine lokale Quelle zu konsultieren. Während der Begehung können in bestimmten Gebieten mit großen muslimischen Bevölkerungsanteilen veränderte Öffnungszeiten und ein erhöhter Andrang in den Moscheen auftreten, was den Besuch kulturell interessant gestalten, jedoch auch die Verfügbarkeit einiger lokaler Dienstleistungen beeinflussen kann.